Heft 2/2011

Karl Forster (1928-1981) – ein verhinderter Bischof?

Zum 30. Todestag veranstaltete die Katholische Akademie in München eine Gedenkfeier für ihren Gründungsdirektor Karl Forster, einen gebürtigen Amberger, also einen Oberpfälzer. Kardinal Wetter leitete die Gedenkmesse in der Kapelle der Akademie am Englischen Garten. Der ehemalige Assistent der Augsburger Pastoraltheologen Professor Dr. Karl Forster, Prälat Dr. Eugen Kleindienst aus Rom, hielt die Predigt. Nach der Messe, die von viel katholischer Prominenz besucht war, gab es im Saal der Akademie bei Pfälzer Wein („Forster Ungeheuer“) eine Gesprächsrunde, an der sich neben Kardinal Wetter etliche Zeitzeugen, unter ihnen Hans Jochen Vogel, Friedrich Kronenberg, Professor H.-P. Heinz und Professor R. Hill zu Wort meldeten. Es war ein bewegender Abend.

Nicht anwesend konnte Professor Hans Maier sein, der einen langfristig vereinbarten Lese-Termin mit seinem Buch „Böse Jahre, gute Jahre“ wahrnehmen musste. Seine Frau Adelheid war jedoch im Publikum des Gedächtnisabends. In keinem Gesprächsbeitrag wurde die Tragik des hochbegabten charismatisch-kreativen Theologen so präzise formuliert wie in Hans Maiers Erinnerungen „Böse Jahre, gute Jahre“.

Maier schildert mit großer Sympathie den Weg Karl Forsters: Akademie­direktor, Sekretär der Bischofskonferenz, Sekretär der deutschen Synode, Professor für Pastoraltheologie in Augsburg. Nur bei Maier erfährt man (S. 150), dass F.J. Strauß eine mögliche Erhebung Forsters auf einen Bischofsstuhl verhindert hat, indem er Paul VI. wissen ließ, dass Forster in der NS-Zeit HJ-Führer gewesen sei…

Forster hatte als Akademiedirektor öffentliche Gespräche mit den Parteien veranstaltet. Als erste lud Forster die SPD ein zur Tagung „Christentum und demokratischer Sozialismus“. (A. Arnelt, W. von Knöringen, Carlo Schmid – G. Gundlach SJ., Oswald von Nell-Breuning SJ, A. Süsterhenn)

Adenauer soll Pius XII. angerufen haben, um diese Tagung zu verhindern (S. 140f)…

Redaktion

 

 


Mail an den AKR