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Il
vescovo dimezzato Der geteilte Bischof
Ähnlichkeiten
mit lebenden Personen sind rein zufällig? Nein! Natürlich ist es nicht schwer
zu erraten, wer gemeint ist. Das Verhalten des Regensburger Bischofs Gerhard
Ludwig Müller hat mich fatal erinnert an den Roman „Il visconte dimezzato“
(Der geteilte Visconte/Vizegraf) von Italo Calvino. Der ligurische Adelige
Madardo di Terralba wird bei einem Türkenkrieg in zwei Teile zerrissen, eine
gute Hälfte und ein böse. Notdürftig zusammengeflickt treten die beiden Hälften
die Heimreise an und erleben allerlei verwirrende Dinge. Die
Spaltung des GLM erfolgte ganz offensichtlich durch die Ernennung zum Bischof.
Von dem Menschen und gelehrten Geistlichen Gerhard Ludwig Müller spaltete sich
die kanonische Amtsperson Bischof ab. Und von nun an kämpfen die beiden Hälften
neben- und gegeneinander. Tritt er als Hirte und Bischof auf, überwiegt die
Amtsperson. Unter Berufung auf göttliches Recht krümmt sich bei der Verkündigung
des Glaubens das Zeichen des Kreuzes zum Krummstab, der den Gläubigen, den
Laien und den zum Gehorsam verpflichteten Priestern als Zeichen der Machtausübung
gegenüber tritt. Aus dem Hirten wird ein Hirtator. Daneben soll aber, wenn es
nicht um das Amt geht, durchaus der gläubige Mensch Gerhard Ludwig in
Erscheinung treten. Die
Stahlplatte zwischen den beiden Hälften symbolisiert die scheinbar unüberwindliche
Spaltung. Das Kreuz krümmt sich zum Krummstab und den Unterworfenen wird nur
noch Krummstab spürbar, die Barmherzigkeit des Gekreuzigten tritt in den
Hintergrund. Das
Holz der Plastik stammt übrigens aus dem Gebäude in Regensburg, in dem das so
genannte Religionsgespräch zwischen Johannes Eck und Philipp Melanchthon
stattgefunden hat, allerdings aus einer sehr viel späteren Zeit, etwa 1780 zur
Zeit der Errichtung des reichsstädtischen Bibliothekssaals, des so genannten
Napoleonsaals. Das
Werk ist dem Pfarrer Hans Trimpl gewidmet, der die Amtsperson des GLM am
schwersten zu spüren bekommen hat. Regensburg,
im Juni 2011 Baptist Emmeram |
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