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Aus
dem Bistum (und
anderswo) Hat Hans Schwemmer
einen Nachfolger gefunden? Schwemmer, einige
Monate nach dem Ende des 2. Weltkriegs geboren (11.09.1945) in Riggau, Pfarrei
Pressath, Asta-Vorsitzender, Studentenausweis Nr. 1 der neuen Regensburger Uni,
geweiht 1971, hat nach vier Kaplansjahren konsequent den Marathonlauf auf die
Mitra durchgezogen. Ab 1975 Studium in Rom, dann nach der Promotion in
Kirchenrecht über die Nuntiaturen in New Delhi (1979 – 1983), in Brüssel
(1983 – 1986), in Buenos Aires (1986 – 1989) und wieder zurück in
Staatssekretariat in Rom (1989 – 1997). Am 21.09.1997 durch seinen
Vorgesetzten, Kardinalstaatssekretär Sodano Bischofsweihe in Regensburg.
Anschließend bis zu seinem Tod am 30.09.2001 vier Jahre Nuntius für
Papua-Neuguinea und die Solomon-Islands. Hans Schwemmer war Naturtalent als
Diplomat, gesprächsfreudig, Informationen rasch aufnehmend, angeblich
trinkfest, sehr schnell mit jedermann befreundet. Bei seiner jovialen Art wäre
er sicher in einer der Hauptstädte der Welt Nuntius geworden, hätte vielleicht
sogar Kardinal Sodano beerben können. In der verslumenden
Hauptstadt Neu-Guineas Port Moresby hinter einer Stacheldrahtmauer wie ein Löwe
im Käfig gefangen, dazu das feucht-heiße Klima, das war dem Oberpfälzer Hünen
schließlich zu viel. In seiner Heimatkirche in Pressath hat er in der Gruft vor
dem rechten Seitenaltar seine letzte Ruhe gefunden. Es ist nicht
auszudenken, welche Entwicklung unsere Diözese genommen hätte, wenn Hans
Schwemmer wie ein anderer vatikanischer Diplomat, Johannes Dyba (Fulda) die Diözese
Regensburg übernommen hätte. Mit seinem Sinn für Kulanz hätte Schwemmer
keineswegs die Laien in solchem Maße brüskiert, wie es seit Jahren geschieht. Ein Straubinger in
Schwemmers Spuren Beinahe noch
konsequenter als Schwemmer ist ein Straubinger zum Marathon auf die Mitra
angetreten. Florian Kolfhaus (geb. 26.10.1974) war auf einem Weg, der alles
andere als karriereträchtig war. Er hatte sich dem Ex-Jesuiten Andreas Hönisch
angeschlossen, der von den Socii Jesu (SJ) weg die Socii Jesu et Marie (SJM)
gegründet hatte. In Augsburg bei
Bischof Dammertz nicht erwünscht, zog er mit seinen Socii zu Bischof Krenn nach
Niederösterreich. Dort wurde Kolfhaus am 15.09.2000 geweiht. Eineinhalb Monate
später kehrte er den SJM den Rücken, trat zur Diözese über, allerdings ohne
jegliche Ambition auf eine Kaplansstelle. Erstaunlicherweise wurde ihm umgehend
ein Studium in Rom zugestanden. Nach Promotion etc. war er ein knappes Jahr in
Kolumbien, zwei Jahre bei der Vertretung des Heiligen Stuhls in Straßburg, tut
inzwischen als Monsignore Dienst in der 2. Abteilung des päpstlichen
Staatssekretariats in Rom. Frage: Was hat den
Straubinger mehr geprägt, die Engstirnigkeit der SJM oder die Kombination von
Kirchenrecht und Karriere? Domspatzen – Kult a) Knabenweihe im
Dom Dompropst Dr.
Wilhelm Gegenfurtner, ehedem Generalvikar, heute im Nebenjob Superior von
Mallersdorf, fungierte als Ranghöchster der Domkapitulare bei der Aufnahme der
neuen Domspatzen. Sie war analog der Installation von Kanonikern (Alte Kapelle,
St. Johann) gestaltet. Blitzlichter von Vätern, Schluchzen von Müttern, Rührung
in der ganzen Mischpoche. Es braucht schon demnächst einige Fünfer in Mathe
oder Englisch, damit der Sängerknabe sich vom Handschlag des Dompropstes
erholt. b) ein Domspatz
zieht Würdenträger nach Rom Papstbruder,
Stiftsdekan, Chor der Alten Kapelle, Organist der Papstorgel und ca. 200
Regensburger feiern die Weihe und Primiz eines Wolfskofeners (Wolfskofen:
dorthin wurden nach der Erweiterung des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr vor
dem II. Weltkrieg die Bewohner von Pappenberg umgesiedelt. Die Akanthusaltäre
von Pappenberg sind in Wolfskofen die Glanzstücke der neuen Kirche). Liegt die große
Begleitung des Neupriesters Florian Heisterkamp an seiner Vergangenheit als
Domspatz oder daran, dass endlich wieder ein hochkarätig ausgebildeter Kandidat
(Gregoriana, Germanikum) geweiht wird. Einer, der evtl. seine Predigten selbst
entwerfen kann – der Maßstäbe gewonnen hat, seine Umwelt vorurteilsfrei zu
sichten? Papstbesuch
– ausgeträumt (MZ 12.09.2011 S. 2
und 3) „Der Heilige Vater zieht die Pilger magisch an“. Die MZ versteht das
Anziehen im Sinne von Ankleiden. Papst Benedikt wird wie eine Barbie-Puppe von
seinem Outfit her gewürdigt. Unterhalb seiner Accessoires ist ein Fries mit
grauen Männchen, an denen der Verlauf der Messe erklärt wird. Für das
Glaubenswissen ist es von enormer Bedeutung, wann das Männchen die Mitra auf
und den Stab in der Hand hält – und wann nicht. Darin besteht – so scheint
es – die magische Anziehung: in diesem Angezogensein. „Die
Tagespost“ vom 20.09.2011 sieht das alles noch schärfer. Daraus einige
Kostproben: Seite 21: unter
einem Foto des neuen Berliner Erzbischofs: Mit Reizthemen wie Zölibat oder
Frauenweihe kann man keinen Menschen für den Glauben gewinnen, ist Woelki überzeugt. Seite 5:
Veranstaltungen: „Beten in der Nacht, während der Papst schläft.“ Das
katholische Hilfswerk „Kirche in Not“
organisiert am 22. September eine Nachtanbetung zum Papstbesuch. Verlust oder
Gewinn? Liturgiewissenschaftliche
Expertentagung in Freiburg. Uwe Michael Lang, Rom, Mitarbeiter an der
Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung untermauerte mit
Zitaten von Kardinal Ratzinger bzw. Papst Benedikt, dass die Liturgiereform in
ihrer konkreten Ausführung sich von den Intentionen der liturgischen Bewegung
entfernt habe. Lang benannte die einseitige Betonung der Mahlgestalt zu
Ungunsten des Opfercharakters der Messe. Anhand von Beispielen skizzierte er das
Vorgehen des Papstes: Diese Entwicklungen nicht durch Verordnungen, sondern
durch das Setzen wichtiger Akzente, etwa in der Papstmesse, zu korrigieren. Seite 23: „Luther ist kein gemeinsamer Lehrer“ Ein Gespräch mit
dem Vorsitzenden der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof
Gerhard Ludwig Müller über protestantische Polemik im Vorfeld des Papstbesuchs
und überzogene Erwartungen an den Nachfolger Petri. Seite 24 „Signale aus der Schattenwelt“: Der Deutsche Papst besucht sein
Heimatland: Laizisten schäumen, die Linke tobt, Protestanten poltern. Mein
Gott, wie peinlich. Sie alle fühlen sich durch den klugen Papst aus Rom in
ihrer Deutungsmacht bedroht (Alexander Kissler). Schlicht
– für eine starke Botschaft. Der Holzbildhauer,
Ikonensammler und Kalligraph Harald Wolf gestaltet die Messgewänder zum
Papstbesuch. Herr Wolf war fünf Jahre nach dem Abitur in einem Kloster, hat
Philosophie und Theologie studiert (hat die Autorin Anna Hofmeister das Noviziat
vergessen? d.R.). Den Auftrag für den Entwurf der Papstgewänder hat ihm die
Oberpfälzer Kirchenbedarfsfirma Friedrich (seit 1951) vermittelt. Das Erzbistum
Berlin lässt sich die Ausstattung der Zelebranten 60.000,-- Euro kosten, rund
500,-- Euro pro Messgewand. Jede katholische Pfarrgemeinde der Erzdiözese
Berlin soll eines erhalten, um es zum Andenken an den großen Tag aufzutragen...
Anmerkung:
Wir erinnern, dass das Erzbistum Berlin pleite war und dass die anderen Diözesen
kräftig hineinbuttern durften. Könnte da nicht jeder Konzelebrant der
Papstmesse sein Messgewand mitbringen? Es wäre ein Bild der Einheit in Vielfalt
der Kirche geworden. Doch es muss aus römischer Sicht immer noch die
Einheitlichkeit betont werden: der Papst und seine Truppe. Werft weiter so die
Kirchengelder hinaus und wundert euch naiv über die vielen Austritte. Zur
Bescheidenheit hat offensichtlich nicht nur die Berliner Hierarchie ein gestörtes
Verhältnis. Österreich:
Pfarrer bleiben bei Ungehorsam Die
Tagespost 08.11.2011: In Linz fand
in der Ursulinenkirche die Jahreshauptversammlung der „Pfarrerinitiative“
statt. 81 Pfarrer und Diakone waren anwesend. Pfarrer Schüller forderte, die
Anliegen weiterzuentwickeln und detaillierter darzulegen, alle Bischöfe zu
neuem Dialog mit dem Kirchenvolk zu drängen, die Diskussion mit den Bischöfen
nicht alleine, sondern zusammen mit den Laienorganisationen zu führen. Bei einem Gespräch
der Pfarrerinitiative mit Kardinal Schönborn hatte dieser erklärt, dass auch
Pfarrer Wünsche nach Änderungen in der Kirche öffentlich äußern dürfen.
Der Begriff „Ungehorsam“ bringe aber einen Riss in die kirchliche
Gemeinschaft und bedürfe einer Klärung. Mitglieder der Pfarrerinitiative aus
Innsbruck hatten einen Antrag gestellt auf Umbenennung des „Aufrufs zum
Ungehorsam“ in „Aufruf zur Selbstverantwortung“. Arme Hirtenwort-Vorleser und -Hörer Das Faktum Der
vorletzte Satz des Hirtenworts zu Christkönig: „Für die pilgernde Kirche
zwischen der bleibenden Verheißung Gottes und der vergehenden Gestalt dieser
Welt gilt die Aussage des II. Vatikanischen Konzils: Die Kirche ist schon auf
Erden durch eine wahre, wenn auch unvollkommene Heiligkeit ausgezeichnet. Bis
es aber einen neuen Himmel und eine neue Erde gibt, in denen die Gerechtigkeit
wohnt (vgl. 2 Petr. 3,13), trägt die pilgernde Kirche in ihren Sakramenten
und Einrichtungen, die noch zu dieser Weltzeit gehören, die Gestalt dieser
Welt, die vergeht, und zählt selbst so zu der Schöpfung, die bis jetzt noch
seufzt und in Wehen liegt und die Offenbarung der Kinder Gottes erwartet (vgl.
Röm 8,19-22) (Lumen gentium, 48)“ Zur Praxis Meine
- völlig unmaßgebliche - Meinung (so pflegte Karl Rahner zu sagen): Dieser
Satz ist dogmatisch richtig, aber für den Predigtersatz „Hirtenwort“
ungeeignet. Priester zu verpflichten, solche Sätze vorzulesen ist seelische
Misshandlung der Vorlesenden und Hörenden. Solche Sätze wegzulassen ist
pastoral geboten. Der diesem Satzungetüm folgende Satz hätte genügt:
„Jesus Christus wird das Reich Gottes, das mit ihm begonnen hat, auch
vollenden.“ Bei
der berechtigten Erwähnung des „Historienschinkens“ über die
Borgia-Sippe ist ein Druckfehler unterlaufen. Das fehlende „t“ macht den
Satz unklar („…eine verkommene Sippe, die sich im 15. Jahrhundert mit List
und Gewalt sogar des Stuhls Petri bemächtige…“. Es müsste heißen:
„bemächtigte“.) Für kirchenhistorisch Interessierte Aus
dem Geschlecht der Borgia gibt es auch einen Heiligen: Francisco de Borja, 4.
Herzog von Gandia, ab 1546 im Geheimen Jesuit, ab 1551 öffentlich, ab 1565
dritter Ordensgeneral der Societas Jesu. Francisco
de Borja (1510-1571): Urenkel Alexanders VI. (vgl. „Historienschinken“) mütterlicherseits
König Ferdinands des Katholischen, 1539-43 Vizekönig von Katalonien, 8
Kinder nach dem Tod seiner Gemahlin Leonore de Castro 1546, geheimer Jesuit,
seit 1542 in Korrespondenz mit dem Ordensgründer Ignatius von Loyola. (Näheres
für einen positiven „Historienschinken“ vgl. Lexikon für Theologie und
Kirche.) Anmerkung:
Bei nicht wenigen Adelsgeschlechtern gibt es eine große Bandbreite in der
Entfaltung ihrer Mitglieder. Aus der Praxis:
Ein Pfarrer erklärt seinen Kurskollegen, dass er die Hirtenwörter des
Bischofs kürzt. Darauf das Gegenargument: „Dann musst du das Hirtenwort ja
vorher lesen“(!). Ängstlichere
Mitbrüder befürchten Sanktionen des Bischofs gegen den Mutigen: „Was sagst
du, wenn dich der Bischof kommen lässt?“ Antwort: „Ich kürze im
Interesse des guten Rufs des Bischofs.“ Anmerkung:
Da der Bischof nicht so viel Wert auf seinen guten Ruf legt, wird obiger
Pfarrer ohne Titel bleiben (er legt ja schließlich auch Wert auf seinen guten
Ruf.) Redaktion |
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