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Zitate von Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller 

in: Gustavo Gutiérrez / Gerhard Ludwig Müller, An der Seite der Armen - Theologie der Befreiung. Augsburg 2004 - ISBN 3-936484-40-6:

"Es kann in der Tat keine weltweite Einheitstheologie geben, die in schlechter Abstraktion, d.h. unter Absehung von konkreten Verhältnissen die Wahrheit des Evangeliums formuliert mit einer rein immanenten Logik reiner Begriffe." (S. 80)

"Die Befreiungstheologie versteht (...) unter Theologie die aktive, verändernde und damit praktische Teilnahme an dem von Gott eröffneten, umfassenden Befreiungshandeln, durch das er die Geschichte als einen Prozeß der sich verwirklichenden Freiheit qualifiziert. Diese Teilnahme geschieht im verändernden Handeln, das den Menschen befreit, indem sie ihn zugleich zu einem aktiven Mitgestalter des Befreiungsprozesses macht." (S. 86 f)

"Das Befreiungshandeln Gottes zielt ja hin auf ein Subjektwerden des Menschen. Er empfängt nicht nur passiv die Gabe der Freiheit, er wird sogleich zu einem Mitträger des Befreiungsprozesses. Der Mensch wird darum aus einem bloßen Objekt staatlicher und kirchlicher Betreuung zu einem Subjekt, das aktiv den Befreiungsprozeß trägt und vorantreibt. Gerade auch die Kirche ist nun nicht mehr nur Kirche für das Volk, sondern sie ist Kirche des Volkes. Das Volk Gottes wird selber zum Subjekt, das handelnd die Geschichte vorantreibt auf das Ziel der vollständigen Befreiung hin." (S. 88 f)

"Es geht darum, dass die Gemeinde als Ganze (mit der inneren Gliederung und Auffächerung in verschiedene Charismen, Dienste und Ämter) zum Subjekt des befreienden Handelns und historischer Praxis der Befreiung wird." (S. 89)

"Kirche kann nur Kirche Gottes sein, wenn sie nicht einfach nur den Bestand und den Einfluß ihrer selbst als Organisation und Institution zum Ziel hat." (S. 100)

Hochwürdigster Herr Bischof, wir begrüßen diese Passagen Ihres Buches sehr.
Wir bitten Sie zugleich: Stehen Sie zu diesen Aussagen auch in Ihrer Diözese!

 

 

 


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