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Christ in der Gegenwart Nr. 41/04, S. 330:
Keine
selbstgenügsame Privatheit:
Was Johann Baptist Metz für die
Kirche der Zukunft verlangt
Das Christentum soll sich nicht mit einer
wachsenden „Tendenz zur Selbstprivatisierung" zufrieden eben. Das
schreibt der Münsteraner Theologe Johann Baptist Metz in der „Süddeutschen
Zeitung".
Der Theologe nennt für seine kritischen
Beobachtungen zwei Beispiele. Zum einen das Bestreben, sich
selbstzufrieden zurückzulehnen und den Gott Jesu als Gott der „kleinen
Herde" zu deuten. Damit lege man sich kirchlich allein auf
Gleichgesinnte fest. Aber: „Dieser Weg ist der Kirche durch ihre eigene
Botschaft versperrt. Denn der von ihr verkündete Gott, der Gott Abrahams,
Isaaks und Jakobs, der auch der Gott Jesu ist, ist nicht das
Privateigentum der Kirche. Er ist überhaupt niemandes
Privateigentum."
Zum anderen sieht Metz die Gefahr, daß
die Kirche sich mehr und mehr als bürgerliche Servicekirche für
verschiedenste Lebenslagen versteht, derer man sich bedient, wenn es den
eigenen Bedürfnissen zupaß kommt. „In einer diffusen und
unübersichtlichen postmodernen Welt nehmen die privaten
Lebensrahmenbedürfnisse immer mehr zu. Als Repräsentantin eines solchen
privaten Lebensrahmens wird die Kirche in ihren Liturgien weiterhin
Aufmerksamkeit finden. Wie aber steht es um ihre Chance als
Repräsentantin der Lebensgestaltung in einer weltanschaulich
pluralistischen Öffentlichkeit?" Die Kirchen Mitteleuropas seien
kein Auslaufmodell. Allerdings sei ihre Zukunft eng an die
Herausforderungen der Neuzeit geknüpft: „die innerchristliche
Reformation, die politische Aufklärung, die staatliche Säkularisierung
und die gesellschaftliche Pluralisierung", was auch die Weltkirche
herausfordert. Ein geistiges Bewältigen und Überstehen der aktuellen
Krisen setze voraus, daß man sich dieser Entwicklung stellt und durch sie
hindurchgeht.
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