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Gedanken zum
31.10.04 - St. Wolfgang
von Pfr. i. R. Hans Hammer
Dem Heiligen Wolfgang, - Bischof
von Regensburg - im, wie die Historiker sagen, dunklen Zeitalter der Kirche um
die Jahrtausendwende, war ein ungewöhnliches Schicksal beschieden: demütig und
trotz allem hoch begabt in seiner charakterlichen Anlage, war er oftmals von
Karrieremachern in seinen Lebensplänen immer wieder missverstanden und durch
Intrigen weitergeschickt worden.
Eigentlich hatte er nur eines im
Sinne: dem Herrgott in bescheidener Weise als Mönch zu dienen und im
Reformkloster Maria Einsiedeln in der Schweiz sein Leben zu verbringen. Doch
seine hervorragende pädagogischen Fähigkeiten und seine Weitsicht haben die
Mächtigen immer wieder veranlasst ihn dort einzusetzen, wo ein fähiger und
liebender Mensch gesucht war. Ob als Pädagoge oder theologischer Lehrer, ob als
einfacher Mönch oder als Bischof - immer wieder zeichnete sich Wolfgang aus als
ein Mann des Friedens und der Versöhnung.
Wenn heutzutage allzu oft von
Ehrfurcht und Gehorsam geredet und geschrieben wird, wäre doch zu bedenken: was
ist damit gemeint? Es gibt nun mal eine sog. Amtsautorität oder man kann auch
sagen: nicht gewachsene, sondern zugewiesene Autorität und jene Autorität, die
einer dann einfordert, weil ihm die Autorität fehlt, die ihm aufgrund von
Sachverstand, Achtung und Anerkennung seiner Aufgabe zukommt. Die großen
Führungsgestalten der Welt - ein Alexander, der Große, ein Napoleon und viele
andere hatten solche Qualitäten. Ob jedem, der eine Mitra trägt, solche Autorität
zukommt, das steht dahin. Er mag sie zwar einfordern und von jedem, der in der
Priesterweihe sein Gehorsamsversprechen abgegeben hat, auch erwarten. Ob aber
damit eigenes Denken unerlaubt ist, steht ebenso dahin. Wird
damit nicht jedes schöpferische Denken und jede Freude an einer gemeinsamen
Aufgabe gelähmt? Dunkle Zeiten sind immer dann angesagt, wenn Menschen nur mehr
in einem falsch verstandenen Gehorsam gezwungen werden, eigenständiges Denken
und Handeln aufzugeben. Cicero hat schon geschrieben: "Die Autorität
des Lehrers schadet oft denen, die lernen wollen." (De natura deorum. 1.5.)
Dies gilt ebenso für Politiker und große Wirtschaftsmanager. Haben wir nicht
Grund das folgende Gebet oftmals zu wiederholen?
"Gott, du hast uns im
heiligen Wolfgang einen Mann des Geistes und der Tat geschenkt und ihn berufen,
als Mönch und Bischof auf vielfache Weise seinem Volke zu dienen. Gib auch der
Kirche unserer Zeit die Weite seines Geistes und die Kraft seiner Liebe!"
Kirchengebet zum Fest des Hl.
Wolfgang
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