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Pressemitteilung der KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche in der Diözese Regensburg

KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche Regensburg reagiert mit großer Besorgnis
auf die Zerschlagung der Laiengremien in der Diözese.

Gemäß seinem Motto:“ Von Regensburg lernen heißt Siegen lernen“ hat der Bischof von Regensburg gestern seine schon lange erwarteten, die Laiengremien betreffenden Änderungen vorgestellt, die die bestehenden Befürchtungen deutlich übertreffen. Der Bischof scheint bedauerlicherweise die Folgen seines Handelns nicht einschätzen zu können. Mit großer Betroffenheit und Besorgnis um die Auswirkungen für die Qualität und Wertschätzung der Laienarbeit in der Diözese bezieht die KirchenVolksBewegung dazu Stellung.

Der Bischof hat mit seinen Entscheidungen, die er dem Priesterrat präsentierte und dem Vernehmen nach lautstark nicht gewillt war zu diskutieren und abstimmen zu lassen, deutlich gezeigt, dass bei ihm die Aussagen des zweiten Vaticanums zu den Laien und ihrer Rolle in Kirche und Welt nicht auf fruchtbaren Boden gefallen sind. Mit seinen einsamen Beschlüssen, die er dialogunfähig ohne Einbeziehung der Betroffenen oder Wahrnehmung von Ratschlägen fasst, entfernt er sich in zunehmendem Maße von den Menschen in dem Bistum, dem er zugeteilt wurde.

Es geht bei diesen Maßnahmen nicht um „Umstrukturierungen“ oder darum, die Gremienarbeit „auf eine theologische Grundlage zu stellen“, sondern um das Unvermögen, sich mit kritischen, engagierten Christinnen und Christen in der Diözese auseinanderzusetzen. Die Angst Prof. Dr. Gerhard Ludwig Müllers vor demokratischen und synodalen Prozessen führt dazu, dass er die bewährten Gremienstrukturen der Diözese zerschlägt. Die Pfarrgemeinderäte werden zwar noch gewählt, Vorsitzende aber werden die Pfarrer sein, die Laien wählen nur noch einen Laiensprecher. Auf Dekanatsebene berufen zukünftig ausschließlich die Dekane Mitglieder in Projektgruppen. Von einer gemeinsamen Beratung von Priestern und Laien im Dekanat kann damit nicht mehr die Rede sein. Die Mitglieder des zukünftigen Diözesanpastoralrates, 26 Laien, 13 Priester und 13 Ordinariatsvertreter, werden vom Bischof berufen werden. Das sogenannte Diözesankomitee ist ein Zugeständnis an die Verbände im Bistum, deren Delegierte darin zusammenkommen. Damit entsteht eine völlige Schieflage, da nur noch die Verbände auf diözesaner Ebene vernetzt sind, nicht aber die Pfarrgemeinderäte.

Die Begründung, man habe die Gremien auf eine theologische Grundlage gestellt ist dazu nur ein billiger Vorwand, der alle anderen deutschen Bischöfe in Alarmbereitschaft setzen müsste. Die Grundlagen, für die in Deutschland eingeführten Laienräte wie Pfarrgemeinderäte u Diözesanrat beruhen auf einer Empfehlung des Konzils (AA 26,1 26,29 ), wurden aber später nicht im CIC 1983 universalkirchlich umgesetzt. Im Gegensatz zu unrichtigen Behauptungen aus der Bistumsleitung jedoch sind diese Gremien des Laienapostolats, zu dem die Laien durch Taufe und Firmung bestellt sind,in Deutschland durch partikulares Kirchenrecht abgesichert(1975 Würburger Synode). Die Deutsche Bischofskonferenz stellte am 11.9. 1987 fest, dass durch das neue Kirchenrecht von 1983 kein Änderungsbedarf an den bisherigen Regelungen besteht. Die Katholikenräte sind darüberhinaus sowohl durch das im CIC verankerte Vereinigungsrecht (can 215) als auch durch grundsätzliche Laienrechte can 212 §3 und can 225 §1 auch gegenüber dem Bischof möglich und erlaubt.

Es ist also nicht einsichtig, warum jetzt die Diözese Regensburg aus den allgemeinen deutschen Regelungen ausscheren muss. Dies um so mehr, als bisher die von Bischof Gerhard Ludwig Müller mehrfach öffentlich angkündigten Absichten im Bischofskollegium offensichtlich nicht unterstützt wurden. Im Gegenteil, mehrere bayerische Bischöfe hatten im Vorfeld deutlich Ihre Hochschätzung der seit über dreißig Jahren existierenden Gremienarbeit ausgedrückt und betont dass kein Handlungsbedarf zu grundsätzlichen Änderungen bestehe.

Da im Moment wenig Aussicht auf Veränderungen durch ein Einwirken durch Bischofskollegium oder anderer Stellen besteht, fordert Wir sind Kirche alle engagierten Katholikinnen und Katholiken, Laien wie Priester auf, kreativ diesem Ausverkauf der Laienmitverantwortung in der Kirche von Regensburg zu begegnen. Der Geist weht wo er will, wenn nicht im Bischöflichen Ordinariat, dann hoffentlich in den Pfarrgemeinden, Dekanaten und Verbänden.

Ansprechpartnerin:
Sigrid Grabmeier, „Wir sind Kirche” Regensburg, Mitglied im Bundesteam der KirchenVolksBewegung,
Köckstr. 1, 94469 Deggendorf Tel: 0991- 29 79 585, Mobil: 0170- 862 62 90
sigrid@grabmeier.net
    www.wsk-regensburg.de 

 

 

 


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