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Der neue Tag
21.07.2004
Pfarrer droht
mit Ordnungsgeld
Priester Hans Trimpl verklagt
Diözesanbischof Müller wegen Äußerungen in einer Predigt
Regensburg/Oberalteich. (upl) Der Streit
zwischen Pfarrer Hans Trimpl aus Oberalteich (Niederbayern) und Bischof Gerhard
Ludwig Müller geht in eine neue Runde: Jetzt will der streitbare Priester den
Regensburger Oberhirten vor dem Regensburger Verwaltungsgericht verklagen.
Trimpl habe wegen angeblich beleidigender
Äußerungen in einer Predigt beim Verwaltungsgericht einen Unterlassungsantrag
gestellt, erklärte Bistums-Sprecher Philip Hockerts am Dienstagabend. Trimpl
selbst war für eine Stellungnahme zu dem Vorgang nicht erreichbar. Wie dazu aus
einer Presseerklärung des Bistums hervorgeht, geht es bei der Klage um
Äußerungen des Bischofs in dessen Festpredigt zur Wolfgangswoche.
Ist "Heuchler" gefallen?
Darin hatte Müller die beiden Priester Hans Trimpl und Andreas
Schlagenhaufer (Kohlberg/Kreis Neustadt an der Waldnaab) wegen ihrer Mitarbeit
in dem kirchenkritischen Aktionskreis Regensburg (AKR) scharf angegriffen. Der
Bischof hatte in der Predigt von "Zerfallserscheinungen" im Bistum
gesprochen, "gegen die man ankämpfen muss". Wie Gottesdienstbesucher
berichteten, habe der Bischof unter anderem gesagt: "Solche Wölfe im
Schafspelz werde ich nicht aus Bequemlichkeit laufen lassen." Wie der
Bistums-Sprecher erklärte, gehe es Pfarrer Trimpl auch um das Wort
"Heuchler", das in diesem Zusammenhang gefallen sein soll. Hockerts
dementierte dies und ergänzte: "Der Name Trimpl ist in der Predigt kein
einziges Mal gefallen."
Zwischen den Pfarrern Trimpl und Schlagenhaufer
und dem Bischof war vor knapp zwei Monaten ein Streit um die Mitgliedschaft im
AKR entbrannt. Auf dessen Internet-Seiten heißt es: "Der AKR ist eine
Vereinigung von Priestern, 'laisierten' Priestern und Laien in der Diözese
Regensburg, die vor 35 Jahren entstand. Er ist inspiriert vom Geist des II.
Vatikanischen Konzils und nimmt sich die Freiheit - aus Liebe zur katholischen
Kirche - nötige Reformen anzumahnen."
Schlagenhaufer verzichtet
Streitpunkt war unter anderem eine für Müller beleidigende Karikatur in
der AKR-Zeitschrift "Pipeline", die den Bischof unter dem Titel
"Der nächste bitte!" an einer Guillotine zeigen soll. Erst in der
vergangenen Woche war die Auseinandersetzung zunächst beigelegt worden, nachdem
Trimpl und Schlagenhaufer erklärten, sie bedauerten es, wenn sie den Bischof
mit der Darstellung beleidigt hätten. Das Bistum wertete dies als
Entschuldigung. Pfarrer Schlagenhaufer will sich der Klage seines Amtsbruders
nicht anschließen. Für ihn sei die Sache nach dem Gespräch mit dem Bischof
erst einmal erledigt, erklärte er auf Nachfrage.
Bischof Müller wird in Trimpls Klage ein
Ordnungsgeld von bis zu 250 000 Euro angedroht, wenn er die Aussagen in seiner
Predigt wiederholt. Ein Rechtsanwaltsbüro in München vertritt den Pfarrer.
Generalvikar Wilhelm Gegenfurtner reagierte am Dienstagabend scharf: "Es
ist unzulässig, den Inhalt einer Predigt als klassisches Feld des
Verkündigungsauftrages der Kirche vor einem weltlichen Gericht verhandeln zu
lassen. Das Verhalten von Pfarrer Trimpl ist nicht mehr nachvollziehbar." |