Home Nach oben Impressum "Pipeline" Ermutigende Texte Kritische Texte Termine Rückblick Links

 

Leserbrief an die SZ (3.8.2004) 
von Pfr. i. R. Wilfried Sußbauer, Oberschleißheim

"Regensburg leuchtet"

Leserbrief zum Bericht: Zwei Hirten in einem Gärtlein
SZ Nr. 175 v. 31.7. / 1.8.04 S. 3

In der Nacht vom 24. auf den 25. Februar 1547 zeugte Kaiser Karl V. mit einer Bürgerstochter in Regensburg den unehelichen Sohn Don Juan. Der Sprössling machte eine glänzende militärische Karriere. Er befehligte die Flotte der "Heiligen Liga", die 1571 in der Seeschlacht von Lepanto die ungläubigen Türken vernichtend schlug und so das christliche Abendland vor dem Untergang rettete.

Als wäre dies nicht schon mehr als genug, um den Ruf Regensburgs als europäische Kulturhauptstadt zu untermauern, ersteht in unseren Tagen zu Regensburg - durch künstliche Insemination in Rom gezeugt und unter Mithilfe deutscher Hebammen zur Welt gebracht - wieder ein gewaltiger Verteidiger des wahren Glaubens: Bischof Gerhard Ludwig Müller.

Im Unterschied zu Don Juan baut sich freilich der neue Glaubenskämpfer seinen Türken selbst, indem er vor allem wider vermeintliche Feinde in den eigenen Reihen wütet. Wenn konziliar und synodal infiziertes Fußvolk und lang gediente Offiziere die bischöfliche Forderung nach unbedingtem Gehorsam beiseite legen, gilt dies als schwere Majestätsbeleidigung, die natürlich nur von treulosen Hirten und verirrten Schafen ausgehen kann und mit Amtsenthebung geahndet werden muss. Und gegen diese vermutlich aus der Antiquitäten-Sammlung des nahen fürstlichen Schlosses entliehene Keule aus absolutistischen Zeiten haben weder die Berufung nach Rom noch der Rekurs auf rechtsstaatliche Prinzipien aufschiebende Wirkung.

Schon wahr: Manchmal hält sich die Nachhut für die Vorhut und sieht in allen, die voraus marschieren, den Feind.

 

 

 


Mail an den AKR