| Redaktion: Straubinger
Tagblatt am 30. Juli 2004, 09:28:22
Fall
des "Rebellenpfarrers" Trimpl liegt in Rom - Pfarrverwalter für
Dialog
Bogen-Oberalteich. (dpa) Der Fall des
suspendierten niederbayerischen Pfarrers Hans Trimpl muss jetzt in Rom
entschieden werden. Er habe die Beschwerde gegen das Strafdekret des
Regensburger Bischofs Gerhard Ludwig Müller an den Vatikan gerichtet,
sagte der 60 Jahre alte Priester aus Bogen-Oberalteich. Der Einspruch müsse
nun von der Diözese an die päpstliche Behörde weitergeleitet werden.
Trimpl hatte am Donnerstagabend gegen das ausdrückliche Verbot Müllers
in Oberalteich mit rund 100 Gläubigen einen Gottesdienst zelebriert (idowa
berichtete). Der Geistliche sieht sich weiterhin als Ortspfarrer,
weil die vorläufige Amtsenthebung nach dem Kirchenrecht auf Grund
seines Widerspruches nicht in Kraft getreten sei. Zwischen dem 60-jährigen
kirchenkritischen Priester und dem Bischof gibt es seit Monaten einen
heftigen Streit.
Unterdessen hat der zum Nachfolger von Trimpl in Oberalteich ernannte
Benediktinerpater Kilian Saum beide Seiten aufgefordert, aufeinander
zuzugehen. Müller und Trimpl sollten miteinander über die
Auseinandersetzungen reden, sagte Saum vor dem von Trimpl gehaltenen
Gottesdienst. "Ich finde es schade, wir Christen sollten
zusammensitzen können."
Saum hatte darauf verzichtet, in Konfrontation mit Trimpl die
Eucharistiefeier am Donnerstagabend halten zu wollen. "Ich will
hier nicht mehr Terror reinbringen als schon drin ist", erklärte
er vor der Kirche. Nach Angaben des Paters war ihm vor einigen Wochen,
als er vom Bistum zunächst als Krankheitsvertretung für Trimpl nach
Oberalteich geschickt wurde, der schwelende Konflikt nicht bewusst.
"Ich hätte mir sonst wahrscheinlich gut überlegt, ob ich hierher
gehe." Mittlerweile ist er zum unbefristeten Administrator für die
niederbayerische Pfarrei ernannt worden.
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Trimpl hatte am Donnerstagabend gegen das ausdrückliche Verbot Müllers
in Oberalteich mit rund 100 Gläubigen einen Gottesdienst zelebriert.
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