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Der neue Tag - 25.11.2005 - Leserbrief Mit Sorge und Befremdung Ein Amberger Leser, der sich seit Jahren in der Kirche engagiert als Pfarrgemeinderat, in der Kirchenverwaltung und im Gottesdienst, Erfahrung hat mit der Führung von Menschen und Organisationen, sechs Kinder und 17 Enkel hat, formuliert sein Befremden über die Amtsführung von Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller in einem offenen Brief an den Oberhirten. "Mit Sorge und zunehmender Befremdung betrachte ich Ihr Wirken als Bischof von Regensburg. Der erste Schock für mich war, dass Sie den Altkatholiken verboten haben, weiterhin ihre Gottesdienste in einer nicht benötigten Kirche zu feiern, wie es ihnen meines Wissens seit ca. 30 Jahren erlaubt war. War das im Sinne der Ökumene und der zunehmenden Öffnung auch für andere Religionen? Dann kamen die ständigen Querelen mit den Pfarrern und gewählten Laienvertretern. Besonders betroffen machte mich dabei, dass Sie einem Pfarrer die Pension kürzen wollten, die er sich durch ein langes Berufsleben verdient hat. Das Fass zum Überlaufen brachte für mich die Auflösung des Diözesanrates. Für mich passt das alles in keinster Weise zum Bild eines guten Hirten, der sich liebevoll um seine Herde kümmert und auch dem verirrten Schaf nachgeht. Mir drängt sich da eher das Bild eines absolutistischen Herrschers auf, der jeden entfernt, der eine andere Meinung äußert und sich mit lauter Hofschranzen umgibt, die vor ihm buckeln und ihm immer sagen, dass er der Beste und Größte sei, wovon er selbst nur allzu überzeugt ist. Was heute überzeugen kann, ist nur das gelebte Evangelium. Ich denke da an Sätze wie "Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn Ihr Liebe habt zueinander", "Wer unter euch groß sein will, sei euer Diener." Und schließlich: "Was ihr für einen meiner geringsten Bruder (nicht) getan habt, das habt ihr mir (nicht) getan." Ich vermag die Umsetzung des Evangeliums in Ihrem Wirken nicht zu erkennen. In unserer Diözese herrscht in höchstem Maße Unzufriedenheit bis hin zum Aufruhr gegen Ihre Amtsführung. Ihnen und Ihrem Ordinariat ist das sicher bekannt, weshalb Sie auch Ihren Besuch am 20. November dieses Jahres in Amberg nicht in der Presse ankündigen ließen, um keine Protestdemonstration zu riskieren. So kann und darf es nicht weitergehen, wenn wir nicht weitere Eskalationen und Massenaustritte aus der Kirche riskieren wollen. Ich persönlich sehe nur eine Möglichkeit: Wenn Sie für die Diözese noch etwas Gutes tun wollen, dann legen Sie Ihr Amt nieder und machen den Weg frei für einen Neuanfang." Dr. Konrad Samberger |
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