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Mittelbayerische Zeitung - 31.08.2004

„Wir lassen seine Früchte weiter wachsen"
Bad Abbach verabschiedete Pfarrer Siegfried Felber / Suspendierung Trimpls „schreiendes Unrecht"

BAD ABBACH (Ije), „Zehn Jahre waren geplant, 23 sind es letztendlich geworden". Am Sonntag war für Pfarrer Siegfried Felber endgültig Schluss. In der Kirche „Zur Heiligen Familie" feierte der streitbare Geistliche seinen Abschieds-Gottesdienst.

„Jetzt verlasse ich den Kurort mit einem guten Gefühl", zog Felber in seiner Predigt Resümee. Ich habe immer nur versucht, meinen Dienst zu tun, und das so gut wie möglich". Heute befinde sich die Kirche in einer Phase des Umbruchs, manche Schwerpunkte würden anders gesetzt, als in der Vergangenheit. "Die Kirche ist nur glaubwürdig, so wie Christus sie vorgab. Ein Eine geschwisterliche Kirche, eine Mahlgemeinschaft und eine Festgemeinde", sagte der 68-Jährige und entschuldigte sich dann pauschal für alle jemals gemachten Fehler.

Felbers designierter Nachfolger Dekan Franz Schmidbauer aus Saal, der gemeinsam mit dem scheidenden Pfarrer sowie Dr. Karl Wölfl und Prälat Ceszlaw Majda aus Breslau die Messe zelebrierte, würdigte seinen Vorgänger mit den Worten: „Seine Sichtweise war immer über den Tellerrand und den Kirchturm hinaus gerichtet. Er war ein Mahner für Frieden und Solidarität, der beharrlich seine Ziele verfolgte." Musikalisch gestaltete den Gottesdienst die Gruppe Regenbogen, die zum Auszug bayerische Schnadahüpfl anstimmte.

Ganz ohne kritische Worte an Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller, der Felber im vergangenen Jahr voreilig in Ruhestand schicken wollte, ging der Gottesdienst nicht zu Ende. Als "schreiendes Unrecht", das vom Vatikan zurückgenommen werden müsse, wertete Feiber die Suspendierung des Oberalteicher Pfarrers Hans Trimpl. Der hatte als „normaler Gläubiger" an dem Gottesdienst teilgenommen.

Parrgemeinderatsvorsitzende Monika Ameismeier erinnerte zum Abschied an die Anfangszeiten mit Siegfried Felber. „Er hat uns immer gelehrt, dass es Leben in Christus gebe, sofern wir dafür etwas leisten". Der Dank der Pfarrgemeinde werde es sein, Felbers „Früchte weiter zu pflegen und wachsen zu lassen."

2. Bürgermeister Reinhold Meny lehnte sich an einen Liedtext von Hans Söllner an: „Hey Pfarrer Felber, i möchte di heit a bisserl loben, preisen und Dankschön sogn." In seinen 42 Jahren im kirchlichen Dienst habe Felber viel geleistet, ohne sich selbst jemals, heraus zu heben, Nicht zuletzt die Renovierung der Pfarrkirche und der Marktkirche St. Christopherus seien seine Werke gewesen. Zum Abschied überreichte er ein Modell der Pfarrkirche St. Nikolaus, das von den Kindern während der Spielwoche aus Ytongsteinen gefertigt worden war, und ein Bild des Pfarrhauses mit der Kirche im Hintergrund an den scheidenden Geistlichen. Zusammen mit Felber verabschiedete die Pfarrgemeinde auch Pfarrhaushälterin Johanna Kreuzer. Ein Gartenstuhl soll ihr die Zeit im Ruhestand verschönern.

 

 

 


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