|
|
"Kirche In" 09/2005, Vorwort Liebe Leserin! Lieber Leser!
Einen schändlicheren und für die Kirche ärgeren Prestigeverlust, mit einem Massenauszug enttäuschter Christianen und Christen hat es noch nie gegeben als jenen, der für immer mit den Namen, Groer, Krenn, Eder usw. ... verbunden bleibt. Die Schreibtischtäter aber saßen in Rom. Einer, von ihnen ist Papst gewesen, soll heiliggesprochen werden, der andere ist Papst geworden. Es tut mir leid, aber ich gehöre nicht zu jenen Massenmenschen, die sich von Kinder streichelnden, honigsüß lächelnden Diktatoren, Kalifen und anderen Gauklern auf der Bühne des großen Weltkabaretts beeindrucken lassen. Und ich habe die unangenehme Eigenschaft, das auch noch ungeschminkt auszusprechen. Der Bischof von Regensburg, ein gewisser Müller, der offenbar aus irgendeinem schlecht verschlossenen mittelalterlichen Verließ ausgebrochen sein dürfte, und den es durch den selben geistlos dahinpfuschenden Vatikan, (siehe oben) irrtümlicherweise ins 21. Jahrhundert verschlagen hat, würde mir für diese Parrhesia, mangels Scheiterhaufen, vielleicht wenigstens die Pension kürzen. Doch gottlob sind nicht alle Hierarchen so verrückt, bzw. von der Botschaft Christi abgerückt, dass sie vor lauter Herumfuchteln mit dem menschlich allzumenschlichen Kirchenrechts-Kodex, dem sie noch einige Paragraphen hinzuzufügen trachten, nicht mehr wissen, was im Kodex Jesu Christi steht. Der genannte Müller, aus Roms Gnaden Bischof von Regensburg, humorlos und offenbar psychisch nicht voll am Damm, weiß in seinem Machtrausch anscheinend nicht, dass es einen biblischen Satz gibt, der "wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Lohn" lautet. "Recht", nicht Gnade, so steht es bei Lukas 10, 7! Sollen Müller und seine Komplizen alles tun, was ihnen in ihrer selbstgerechten Verblendung einfällt: ihre priesterlichen Mitbrüder beschimpfen, verfluchen, sie öffentlich verleumden, über sie Lügen verbreiten, oder was sie wollen, aber sie sind in keiner Weise befugt, diesen verdienten Priestern das Recht auf die volle Pension zu nehmen, für die sie redlich ihre seelsorgliche Arbeit geleistet haben. Das ist ein himmelschreiendes Unrecht, gegen das die ganze Diözese Regensburg, ja die Gesamtkirche Deutschlands in bedingungsloser Solidarität wie ein Mensch aufstehen müsste! Mehr über Ludwig Müller, - der sich, welch
eine Chuzpe, noch als Märtyrer seiner Kritiker fühlt! - lesen Sie von Norbert
Stahl in dieser Nummer. Meine Meinung: Dieser machtbesoffene Bischof gehört
weg. Nach Rom, zum Beispiel ins Vatikanische Archiv, Kapitel Inquisition. |
|
|