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Pfingststurm
in der Diözese Regensburg oder Gleichschaltung?
Die Kirche von Regensburg kommt nicht
mehr zur Ruhe, seit ein GLM - sprich Gerhard Ludwig Müller - seines
Zeichens Bischof von Regensburg, mit dem Leitspruch: "Christus
Dominus", sein Amt angetreten hat. Vorbei sind die Zeiten, da
in der Niedermünstergasse Ruhe und Beschaulichkeit herrschten, da sich
die Domkapitulare wohl und sicher fühlten und jeder in seiner Amtsstube
seinen gemächlichen Pflichten nachging. Ein energiegeladener Professor,
der nur wenige Schüler in seinen Vorlesungen hatte und einen
zweitrangigen Dogmatiklehrstuhl in der LMU München besetzt hielt, wurde
in die Provinzdiözese Regensburg gesandt, um - wie man in vatikanischen
Kreisen in Rom meinte - frischen Wind zu bringen und eine stramme
Ortskirche nach scholastischen Prinzipien wieder herzustellen. Und da darf
es keinen Widerspruch geben. So wurden zunächst die Herren Domkapitulare
und deren Ersatzleute (sprich: Domvikare) auf Vordermann gebracht und im
Denken gleichgeschaltet.
Seitdem spricht man nur mehr von der
Spezies Kriechtiere, die sich im Bereich der Diözesangremien befinden.
Wer anders denkt, hat da keinen Platz. Dies alles fing an mit versuchten
Entlassungen und neuen "Versöhnungsversuchen" wie im Fall
Grabmeier und Felber im vergangenen Jahr. Eine "Kirche von
unten" oder "Wir sind Kirche" - zwei
noch sehr bescheidene Institutionen innerhalb der Kirche in Deutschland -
darf es in der Diözese Regensburg nicht mehr geben. Und weil sich seit
mehr als dreißig Jahren auch eine kleine Priestergruppe mehr oder weniger
kritisch, manchmal auch recht humorvoll zu so manchen Diözesanvorgängen
zeitweilig geäußert hat, muss nun auch diese endlich entsorgt werden.
Doch diese ist zäh und hat durch die Entwicklung der letzten Monate neue
Widerstandskräfte mobilisiert in den Personen von Pfarrer Andreas
Schlagenhaufer, der sich im Widerstand gegen die WAA bereits einen Namen
gemacht hat, und Hans Trimpl, Pfarrer von Oberaltaich, der als tüchtiger
und wehrhafter Pfarrer auf verschiedenen Posten im Donauraum von
Ihrlerstein bis Oberaltaich viele Freunde um sich geschart und eine
Pastoral entwickelt hat, die bei manchen altbackenen Pfarrern nicht immer
gerne gesehen wurde. Und weil diese beiden nach Meinung des Oberhirten den
"wahren Gehorsam und die nötige Ehrfurcht" vor dem Bischof
vermissen lassen, wurden sie vom Oberhirten ins Ordinariat zitiert und
gebeten, aus diesem für den Bischof obsoleten Organ "AKR" =
Aktionskreis Regensburg auszutreten und sich einzureihen in die große
gehorsame Schar der "Kirche von Regensburg".
Nicht der Rede wert, sich über einige
Strichmännchenkarikaturen aufzuregen und eine alte Suppe, mehrere Monate
alt, nochmals aufzuwärmen! Aber es fehlt dazu einfach der Humor fehlt und
eine gewisse Freude darüber, dass es noch Menschen gibt, die einem
ehrlich auf ironische Weise kundtun, wo eigene Schwächen und Fehler
zutage treten. "Nein, so geht das nicht", meint der Lehrer und
Professor, "ich lasse mir das nicht bieten!" Mit schwersten
Geschützen und Worten wie "Schmähungen, Beleidigungen und
Hasstiraden" sollen sie den Bischof beleidigt und gekränkt haben.
Was Kirche ist, das kann nur einer bestimmen, und das ist eben nur der
"Einserschüler" und ehemalige Dogmatikprofessor von München.
Von der Vielfalt des Geistes, von den
verschiedenen Gaben dieses selben Geistes und der Einmaligkeit eines jeden
Menschen wie auch von Freude und Humor scheint der Vertreter von
"Christus Dominus" nicht viel zu halten. Von den Gaben des
Heiligen Geistes: Weisheit und Rat, Einsicht und Verständnis hält der
neue Oberhirte auch nicht viel, und seine ihm ergebenen Mitarbeiter sind
bereits so programmiert, dass keiner mehr es wagt, ihm zu widersprechen.
Was dann ein solches Gremium noch soll, wäre schon nachzufragen.
Vom bayerischen Staat aufgrund Konkordatsvertrag hochbezahlte B-Beamte
haben aber nicht einmal mehr den Mut, den Hut zu nehmen, wenn sie mit so
manchen einsam gefällten Entscheidungen nicht mehr einverstanden sind.
Wir brauchen einen Bischof der eint und
versöhnt, der zuhört und rät, der seine Priester ermutigt und fördert
- nicht einen, der wie ein Windhund durch die Diözese fährt und überall
wie der liebe Gott zugegen sein will und alte Zöpfe und Bräuche, die nur
mehr touristische Folklore sind mit bunten Gewändern und überlebten
Riten - weithin von tiefem Glauben und Frömmigkeit entleert - aufleben
lassen will. Gar nicht zu reden von geschönten Statistiken und
übertriebenen Zahlenangaben. So
nimmt man Zuflucht in die Medien und stellt neue Mediensprecher ein, die
their master's voice zu verkünden haben, auch wenn sie dabei manchmal
nicht immer der ganzen Wahrheit entsprechende Tatbestände darstellen
müssen.
So stellt sich die Frage: Wann wird unser
Oberhirte zu einer gewissen Einsicht kommen? Viel Gebet scheint hier noch
nötig zu sein. Der Herr hat beim Abschied den Jüngern geraten sich zu
versammeln um mit Maria, der Mutter des Herrn, die Gaben des Geistes zu
erflehen. Nicht Entlassung und Androhungen hat der Herr gemacht, sondern
Trost und Verheißung zugesagt. Gibt es nicht weit größere Probleme, die
wir heute angehen und lösen müssen? Wie soll es mit unserer Kirche vor
Ort weitergehen, wo so viele Menschen Trost und Zuflucht, Kraft und die
Zusage eines gütigen Gottes nötig haben. Dürfen die Diözesanen darauf
hoffen?
Hans Hammer, zur Zeit der Abfassung Pfr.
von Schambach, jetzt im Ruhestand in Freudenberg
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