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Leserbrief an
Mittelbayerische Zeitung, Straubinger Tagblatt
Stichwort: Leserbrief überregionaler Teil

Betr.: Bischof: Kalte Schulter für Kritiker, Herz für Arme von Frau Christine Schöpf

Danke für die doch sachliche Berichterstattung. Auch im Bericht der SZ von Herrn Ralf Thym werden dem Herrn Bischof die Flügel gestutzt, doch ein Beitrag zur De-Eskalierung war die Wunschvorstellung des Herr Bischof im Presseclub wohl nicht. Ich hoffe, dass doch viele Leute zwischen den Zeilen lesen können. Sicher, es gibt Journalisten genug, die windschlüpfrig wie Kirchenbedienstete sagen, der Bischof hat recht, weil er Bischof ist. Hat es ein souveräner Bischof wirklich nötig, derart jammernd seine Verdienste herauszukehren?

Dass ihm in München die Studenten und Studentinnen davongelaufen sind, das hat er nicht bei seiner "renommierten" Dogmatik dazu gesagt. Überall nur rüpelhaft anecken, das soll katholisch sein? Wo er aus der Bibel das von den Wölfen im Schafspelz herausgelesen hat, das hätte er weiter lesen können: "An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen!" Mt 7,20

Seine Früchte sind: vom Zaun gebrochener Streit, eingebildete Besserwisserei ("Ich bin Wissenschaftler!" "Bei mir zählen Argumente!" ?), das Bestehen auf einem blinden Gehorsam, Humorlosigkeit, Angstverbreitung, Unduldsamkeit jeder anderen Meinung gegenüber. Sein Einheitsdrang und sein Führungsprinzip gemahnen an die Obsessionen einer unseligen, totalitären Zeit. Seine Jugend 2000 schickt er zu Prayerfestivals nach Wigratsbad.

Trimpl wurde bedroht bis hin zur Exkommunikation. Sein Delikt: er ist nicht aus dem AKR ausgetreten. Nach dem "Friedensschluss" kanzelt ihn der Bischof öffentlich ab - keine Entschuldigung dafür! Seine Schmähungen liegen im kirchlichen Verkündigungsauftrag!
Und der Bischof braucht keine einziges Argument zu nennen, warum das Forum Deutscher Katholiken mit ihrer Devise "Freude am Glauben" - erbitterte Kämpfer gegen Donum Vitae - in der Wahrheit und AKR und WsK im Irrtum und nicht mehr katholisch sind. "Hasstiraden dichtet er uns an - und was ist sein Vorgehen gegen alle, die noch eine eigene Meinung offen zu äußern wagen? Ludwig Dallmeier, gewähltes Diözesansteuerausschussmitglied, ist auf der Homepage der Finanzkammer verschwunden, getilgt nach der Art wie früher Viehjuden von der Bildfläche verschwanden - und niemand traut sich nachzufragen, warum?

Er bekommt angeblich viel Zuspruch aus dem Bistum - und rechnet mit der Aufmerksamkeit Roms für höhere Aufgaben. Ich höre von ganz normalen Christen etwas ganz anderes: Dieser Mann spinnt. Nein, der Wahnsinn hat System! Nur laut sagen traut sich das kein Verantwortlicher. Apropos "verquollene Ideen": Der Psychotherapeut Dr. Werner Huth nennt als eines der Symptome für ideologischen Fundamentalismus Folgendes: Eigene negative Züge werden in extremer Weise in die Mitwelt projiziert. Dadurch wird alles Gute bei einem selber, alles Böse dagegen bei den anderen angetroffen (in: Glaube, Ideologie und Wahn).

Seine Verlautbarung über die Unmöglichkeit des Frauenpriestertums in der DTP in einer Zeit, als der Regensburger Bischofsstuhl vakant war, das war ein Andienen und Signalisieren: "Schaut her, ich bin papsttreu und Professor auf dem Lehrstuhl von Kardinal Scheffczyk!" Ich meine, dieser Artikel des Herrn Bischofskandidaten war ominös und intellektuell unredlich und wissenschaftlich höchst unbefriedigend. Eigentlich weiß er es selber besser - und darum muss diesem niederwalzenden Fundamentalismus und der Karrieregeilheit Einhalt geboten werden.

Hermann Wolfgang Dettenkofer 
Harlach 1 D-83209 Prien am Chiemsee 
Tel. 08051 9640 644 oder -593 Fax -648 eMail: hwdkha@t-online.de 

 

 

 


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