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Brief
an Bischof Müller - 6.8.2004
Herrn Bischof
Ludwig Gerhard Müller
Regensburg
Sehr geehrter Herr Bischof,
mit zunehmender Besorgnis verfolgen wir
als KatholikInnen aus einem Nachbarbistum Ihr Auftreten gegenüber
kritischen Katholiken, die sich für Veränderungen in der Kirche
einsetzen. Dabei gehen Sie mit einer Brutalität in Wort und Tat vor, die
uns so sehr betroffen macht, dass wir Ihnen heute einmal als Bruder und
Schwester im Glauben unsere Meinung schreiben.
Wahrscheinlich zählen Sie uns als
Mitglieder der KirchenVolksBewegung „Wir sind Kirche“ auch zu den
Menschen, die „Mitglieder von kirchenfeindlichen Gruppierungen“ sind
und die versuchen, „ein falsches Kirchenverständnis durchzusetzen. Sie
scheuen dabei nicht davor zurück, die Kirche, aber auch Amt und Person
des Bischofs öffentlich in Misskredit zu bringen.“ Diese Äußerungen
haben Sie offenbar in einem Interview gegenüber der KNA gemacht, das von
der TAGESPOST Nr. 409 vom 05.08.2004 veröffentlicht worden ist. Einige
Sätze weiter behaupten Sie: „Dabei konnte ich leider niemals ein
theologisches oder pastorales Argument entdecken.“
Diese Aussagen sind so unglaublich
unchristlich, falsch und feindselig, dass sie nicht aufrecht erhalten
bleiben dürfen. Wir können uns nur erklären, dass sie im Affekt
getätigt wurden. Wir bitten Sie daher eindringlich, sich von dieser
Verleumdung zu distanzieren. Sollten Sie dazu nicht bereit sein, werden
wir diese und einige frühere Aussagen in einer Dokumentation einer
breiteren Öffentlichkeit bekannt geben und die Kleruskongregation in Rom
informieren.
Sie haben in Ihrem Eifer als Bischof ein
besonders großes Problem, mit Kritik umzugehen. Wenn wir an eine frühere
Äußerung von Kardinal Lehmann denken, der einmal sagte, Sie seien
scharfzüngig, aber nie verletzend, dann haben Sie sich geändert oder
Herr Lehmann hat den Begriff der Scharfzüngigkeit sehr weit ausgelegt.
Wir hoffen auf Ihr Verständnis, wenn wir
uns erlauben, Ihnen als Mitchristen einmal unsere Meinung offen zu sagen
und wünschen uns, dass unsere Worte „auf fruchtbaren Boden fallen“.
Mit christlichen Grüßen
N.N.
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